Neubau des Gemeindezentrums

Es war einmal...

Von allen sehnsüchtig erwartet und dann schneller da als gedacht, war der Tag der Einweihung unseres neuen Gemeindezentrums. Am 7.10.2018, Erntedank, konnten Groß und Klein die neuen Räumlichkeiten bewundern. Aber zuerst gab es einen feierlichen Gottesdienst mit Regionalbischöfin Susanne Breit-Kessler, der musikalisch untermalt wurde von unserem Bläserkreis, dem Kinderchor und Chor sowie unserer Organistin Inna Sobol. Während des Gottesdienstes waren zum ersten Mal die Aubinger Vereine in der Adventskirche mit ihren Fahnen präsent um die Verbindung zwischen den Vereinen und der Kirche zu verdeutlichen. Gleichzeitig zeigten sie damit auch, dass das Gemeindezentrum ein Haus für ganz Aubing – Freiham – Neuaubing und das Westkreuz sein soll. Der Festgottesdienst endete im neuen großen Saal mit der Enthüllung des Kreuzes, das die Künstlerin Theresa Buchfelder gestaltet hat (nebenbei dieselbe Künstlerin, die auch die Gefallenen-Gedenktafel in der Kirche kreierte).
Nach dem Gottesdienst war dann die Gelegenheit die leckeren Kanapees unserer Jugend zu genießen und die Räumlichkeiten zu bewundern. Manch einer erkannte unseren alten Clubraum nicht wieder und dachte, dass das ebenfalls ein komplett neuer Raum sei. Prachtvoll, wunderbar, ausgezeichnet, welch wunderschöne Details – die Komplimente für unser Gemeindezentrum überschlugen sich und alle waren der Meinung, dass man sich in diesem Haus willkommen fühlen kann.
Natürlich gab es auch die obligatorischen Grußworte, in Prosa und Lyrik, die abwechslungsreich und kurzweilig waren. Vertrauensfrau Anna-Mari Stein führte souverän durch diesen Programmpunkt. Schneller als gedacht war dann der Tag der Einweihung auch schon wieder vorbei. Nun heißt es für alle Gruppen und Kreise hier heimisch zu werden, sich einzurichten und das Haus mit Leben zu füllen.

Die Außenanlagen: Grüner Mantel um das neue Gemeindehaus

Im Glockengarten entstehen Bereiche zum Sitzen, Spielen, Treffen, Grillen und vieles mehr. Gleichzeitig muss der Wurzelraum des großen Ahornbaumes schonend bearbeitet werden, so dass der Pflasterbelag auf wesentliche Flächen reduziert wird, denn die Jugend wünscht sich möglichst große Rasenflächen für ihre Gruppenstunden.
Der Parkplatz wird auf der Ostseite des Gemeindehauses neu gebaut. Dort gab es auch früher schon Stellplätze, die aber komplett mit Gras überwachsen waren und von denen die wenigsten Gemeindemitglieder wussten. Der Parkplatz wird mit Bäumen und Sträuchern umrahmt. Da für unsere Baumaßnahme einige Bäume gefällt werden mussten, pflanzen wir hier gleichzeitig die durch die Untere Naturschutzbehörde geforderten Ersatzpflanzungen.
Von der Hohensteinstraße her gibt es einen neuen zusätzlichen Eingang in das Gemeindehaus. So kann die Anlieferung für die Küche und das Getränkelager erledigt werden.
Die Neubaudächer sind Flachdächer und werden nach den Richtlinien der Stadt München begrünt. Es wird eine sogenannte extensive Dachbegrünung aufgebracht und mit den Photovoltaik-Elementen der Kirchengemeinde kombiniert. Beides kann man sehr gut kombinieren, wie es von Fachleuten gründlich getestet und als vorteilhaft bewertet worden ist. Falls die Kirchengemeinde es sich langfristig leisten kann, besteht die Möglichkeit, weitere Photovoltaik-Elemente zu kaufen und auf den Dachflächen aufzustellen.
Die Kirchengemeinde praktiziert einen pfleglichen und nachhaltigen Umgang mit Natur und Umwelt, was sich auch in der Pflanzenauswahl und den Grünflächen wiederfinden wird.

 

Gabriele von Andrian, Bauauschuss und Landschaftsarchitektin

Februar 2018: Neues vom Bau

Ein letztes Mal drang Wasser über die Dachfläche in den Clubraum –  die Kernbohrungen für die provisorische Dachentwässerung während der Wintertrocknung waren noch nicht gesetzt – aber dann hielt die Abdichtung. Die Elektroarbeiten im Fußbodenbereich waren pünktlich erledigt, der Estrich konnte fristgerecht in der Woche vor Weihnachten eingebracht werden, die Dachabdichtungsarbeiten waren ebenso erledigt. Das gesetzte Ziel war erreicht – der Rohbau hatte nun Zeit, über die kalte Zeit auszutrocknen – eine Bauheizung sorgte zudem für perfekte Bedingungen, welche im Bereich von 0-5° C liegen sollten. Ende Januar ersetzten die neuen Alu-Holzrahmenfenster die provisorischen Plastikfolien. Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärarbeiten sowie weitere Elektromaßnahmen können vorgenommen werden, sobald die Feuchtigkeitsmessungen positiv verlaufen. Der Durchbruch vom Foyer in den Kirchenraum sowie das Zumauern des bisherigen Clubraumdurchgangs ist für März geplant.
Einige Diskussionen brachte noch die Frage mit sich, ob das bisherige Clubraum-Fenster ins neue Foyer nicht doch erhalten bleiben sollte. Nach einigen Überlegungen ergab das Meinungsbild des Kirchenvorstandes auf der Sitzung am 6. Dezember, dass diese Öffnung zugunsten einer einheitlichen Gestaltung zugemauert werden soll. Ebenso wurde mit Herrn Ernsberger als verantwortlichem Bauleiter des Kirchengemeindeamtes festgehalten, dass die Wiederherstellung des Clubraums und des Kircheninnenraums nach den Wasserschäden im Zuge der finalen Arbeiten erfolgt.
Ebenso erhielt der Kirchenvorstand die Zusage, dass der Schimmelbefall im Untergeschoß im Jugendbereich gründlich untersucht und entfernt wird – dieser war ebenfalls durch starken Wassereintritt während der Rohbauphase aufgetreten. Kurzfristig wurden im Jugendbereich auch die alten Holzfenster und Glasbausteine durch neue Fensterelemente ausgetauscht sowie der Durchbruch zwischen Teestube und Nebenraum vorgenommen.
Parallel zu all diesen Arbeiten werden in vielen Sitzungen Entscheidungen vorbereitet und getroffen – nicht zuletzt auch über die final einzubauenden Materialien für Fußbodenbeläge, Türen, Griffe, Fliesen und vieles mehr.  Mehr über das Finale des Um- und Neubaus im nächsten Gemeindebrief.

Stefanie Bosse, Bauausschuss

 

Neues vom Bau im Oktober 2017: Schimmel in der Kirche

Am Montag (16. Okt. 2017) sind die abgeplatzten Farbschichten und der auf den Mauern befindliche trockene Schimmel abgetragen worden, die befallenen Stellen wurden abgesaugt. Durch das Abwaschen der Wandflächen mit Isopropyl Alkohol 70% wurde den Schimmelsporen die Grundlage entzogen. Auf den inzwischen wieder trockenen Mauerflächen kann so kein Schimmel mehr entstehen, da das provisorische Dach den Regengüssen standhält und keine weitere Feuchtigkeit in das Mauerwerk eindringt.

Im Rahmen des Teil-Abrisses des alten Gemeindehauses wurde auch das Dach über dem Clubraum abgetragen. Das Vorgehen entsprach der Bauplanung. Die verbliebene Betondecke hat unglücklicherweise, wie sich herausgestellte, ein Gefälle in Richtung Kirchengebäude. Durch die starken Regenfälle in der ersten Augusthälfte sind daher erhebliche Wassermengen in den Clubraum und damit auch in das Mauerwerk der Kirche eingedrungen. Das Dach über dem Clubraum wurde daraufhin provisorisch abgedichtet, Entfeuchter unterstützten die Trocknung.

Auch das Streichen der gereinigten Wandflächen wird diskutiert, zunächst wird abgewartet, dass auch die Restfeuchte im Sockelbereich wegtrocknet. Abzustimmen ist dies auch mit den bevorstehenden Durchbruch-Arbeiten für die doppelflügelige Tür, die den Kirchenraum mit dem neu entstehenden Foyer verbinden wird. Im Hinblick auf den engen Kostenrahmen für den Umbau und Neubau werden die Anstricharbeiten voraussichtlich erst im kommenden Jahr im Rahmen der Bauarbeiten vorgenommen.
Schwierig gestaltet sich ebenfalls die gewünschte automatische Be- und Entlüftung der Kirche, hier wurden bereits mehrfach Angebote eingeholt, verschiedene Möglichkeiten des Einbaus von elektrisch gesteuerten Fensteröffnern diskutiert, Alternativen gesucht. Auch im Hinblick auf unsere Orgel soll hier ein nachhaltig greifendes Konzept umgesetzt werden. Das derzeit manuelle Lüften kann nur durchgeführt werden, wenn auch die Außenluft entsprechend kühl ist und die Feuchtigkeit der Luft im Kircheninneren aufnehmen kann. Ein Messgerät zur besseren Überwachung wurde installiert.
Mit Überraschungen bei einem so komplexen Um- und Neubau ist immer zu rechnen. Die Kosten für diese unvorhergesehene Maßnahme n werden zunächst in die Baukosten einfließen, die Ursache und die Verantwortlichkeit sowie eine eventuelle Kostenübernahme der entstandenen Schäden wurden in der letzten Kirchenvorstandssitzung im September ausführlich diskutiert.

Grundsteinlegung für das neue Gemeindehaus

Am Sonntag den 14. Mai 2017 wurde der Grundstein gelegt

Am Sonntag den 14. Mai fand in der Adventskirche ein feierlicher Gottesdienst statt. Die Predigt hiel unsere Stadtdekanin Frau Barbara Kittelberger. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von unserem Bläserkreis, Inna Sobol (Orgel), Christine Mangelsdorf (Sopran) und  Tamara Kotek (Sopran). Zahlreiche Ehrengäste waren gekommen und sprachen auch Grußworte. Im Einzelnen waren dies Stefan Neukamm (Kirchengemeindeamt München), Susanne Engel (kath. Pfarrrverband Neuaubing-Westkreuz) und aus den politischen Gremien und Parteien Ottmar Bernhard (MdL, CSU),  Stadtrat Johann Sauerer (CSU), Bezirksrätin Katja Weitzel (SPD), Sebastian Kriesel (Bezirksausschussvorsitzender BA22, CSU), Dagmar Mosch (Fraktionssprecherin der Grünen im BA22). Pfarrer Bernhard Vocke dankte allen Beteiligten. Der Dank galt insbesonders dem Engagement und der Geduld der Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorstehern der Adventskirche, sowie deren Partnern in der langen Planungsphase.
Nach dem Gottesdienst versammelte sich die Festgemeinde um den Grundstein. Die Urkunde wurde verlesen und zusammen mit Münzen, Zeitungen und einige anderen Dingen in den Grundstein gelegt. 
Die Lage des Grundsteins wird später durch ein Kreuz im Boden des Gemeindehauses markiert werden.

 

Es geht los!

Ausräum- und Abbrucharbeiten haben begonnen.

Endlich tut sich was mit unsrem Gemeindehaus-Neubau. In den vergangenen Wochen haben fleißige Helfer aus Gemeinde, Kirchenvorstand und Hauptamtlichen schon vieles aus dem Gemeindehaus und der Mesnerwohnung ausgeräumt. Seit Mittwoch nach Ostern sind Mitarbeiter der Abbruchfirma im Gemeindehaus tätig und seit gestern 21.04.2017 ist die Baustelle eingezäunt. Das bedeutet der Zutritt zum Gemeindehaus ist nicht mehr gestattet oder möglich (auch nicht während des Gottesdienstes).

Schritt für Schritt Richtung Gemeindehausneubau

Neuigkeiten zum geplanten Gemeindehausneubau

Die konkreten Kosten für den Umbau waren Anfang Juli vorgelegt worden – und ja, aufgrund der doch langjährigen Planungsphase, dem Architektenwechsel, den doch notwendigen Aufwendungen für gesetzliche Vorgaben und nicht zuletzt wegen gewünschten Änderungen der Gemeinde: Die errechnete Bausumme lag über der Vorgabe von 2,45 Mio Euro. Aber dieses Mal ließ sich niemand entmutigen. Die 4-wöchige „Denk-Pause“ wurde genutzt, um nochmals alle Wünsche und Notwendigkeiten zu durchleuchten und Alternativen zu finden. Von der Landeskirche wurden die letzten Möglichkeiten zu weiteren Zuschüssen für die notwendige Betoninstandsetzung und Deckenertüchtigung ausgeschöpft. Der KV einigte sich (vorerst) darauf, die Sanierung des Clubraums im Erdgeschoß aus den offiziellen Baukosten heraus zu nehmen, schmerzliche, aber vertretbare Einsparungen, die alle Möglichkeiten für später offen lassen. Ein kurzfristig angesetzter Besuch des gerade fertig gestellten Gemeindehauses der Friedenskirche in Trudering schärfte den Blick für manches und trug zu wichtigen Entscheidungen bei.

Der Tekturplan wurde mittlerweile eingereicht, die Fachplaner bereiten die einzelnen Gewerke zur Angebotseinholung vor.

Auch die  – unserer Meinung nach hervorragend gelungene - Küchenplanung musste in diesem Zeitraum wegen der Elektro- und Sanitärplanung auf die Beine gestellt werden. Ebenso durchdenken die Hauptamtlichen bereits intensiv die Raumbelegung des neuen Gemeindehauses, wonach sich ja der Stauraum- und Möblierungsbedarf, Steckdosen und Beleuchtungen, richten.

Genauso wird bereits an die Zeit ab dem voraussichtlich 1. März 2017 gedacht, wenn die bisherigen „alten“ Räumlichkeiten für ca. 18 Monate bis Herbst 2018 wegfallen  – so wird der Mitarbeiterdank im Februar noch stattfinden, Gruppen und Kreise müssen sich aber nach Ausweichmöglichkeiten umsehen. Unsere katholischen Nachbargemeinden haben schon den ein oder anderen vorübergehenden Unterschlupf angeboten, soweit keine eigenen Veranstaltungen gebucht sind. Unser Clubraum wird tagsüber während der Bauphase als Besprechungsraum genutzt werden und kann abends nach Absprache die ein oder andere Gruppe aufnehmen. Für das Gemeindefest am Himmelfahrtstag werden ebenfalls konkrete Ideen verfolgt, wie zum Beispiel die eines Gottesdienstes unter freiem Himmel.

Die Gottesdienste und Veranstaltungen in unserer Kirche finden wie gewohnt statt, für das unverzichtbare Café Treffpunkt findet sich sicherlich auch eine Ausweichmöglichkeit.

Auch ist jetzt der Zeitpunkt, an die Vorbereitungen fürs Ausräumen zu denken: Die Verabschiedung des alten Gebäudes würdig mit einer „Abrissparty“ zu feiern und gleichzeitig sich vom einen oder anderen Gegenstand zu trennen - gegen Spende oder bei einer Tombola, um die Einlagerungs- bzw. Entsorgungskosten so gering wie möglich zu halten, ist ebenso in der Planung wie eine Grundsteinlegung in einem würdigen Rahmen. Die genauen Termine werden angekündigt.

Parallel dazu hatte sich der Kirchenvorstand entschlossen, den Kirchen-Innenraum nach eingehender Diskussion und Vergleich von Angeboten streichen zu lassen. Es war wirklich notwendig und so lässt sich die Bauphase sicher gut aushalten. Die Fensteraußenseiten wurden nach einer Begehung vom Bauunterhalt des Kirchengemeindeamtes beauftragt und kostenmäßig übernommen. Für die Orgel wird eine notwendige Fenster-Öffnungsautomatik eingebaut zur kontrollierteren Feuchteregulierung. Über die Neugestaltung und die Finanzierung des nicht in den Baukosten enthaltenen Kirchenvorplatzes gibt es ebenfalls Erfreuliches zu berichten, aber darüber mehr demächst. Es geht voran! Freuen wir uns alle auf ein spannendes neues Jahr!

Stefanie Bosse

Wer trägt das Risiko einer Baukostenerhöhung?

Im Gespräch mit Vocke, Friedrich und Hirschhäuser. Die Fragen stellte Reinhard Krüger.

 

Vor zwei Jahren, also im Herbst 2011, wurden erstmals die Pläne für einen Um-und Neubau des bisherigen Gemeindehauses vorgestellt. Was hat sich seitdem getan?

Hirschhäuser: Seit Herbst 2011 wurden die Wettbewerbspläne nach unserem vorbereiteten Raumprogramm ergänzt und vervollständigt.

Welche Probleme kamen auf die Gemeinde zu?

Hirschhäuser: Danach wurden Kostenschätzungen durch die Planungsarchitekten Claus und Forster erstellt. Da hat sich dann leider mit großer Zeitverzögerung herausgestellt, dass die ursprünglich im Wettbewerb genannte Bausumme von 1,3 Mio. nicht zu halten sein wird. Von 1.8 Mio. auf 2.2 Mio. und zum Schluss 2.9 Mio. – und da war die Finanzierung in keinem Fall gesichert. Hier muss aber klargestellt werden, dass das von unserer Gemeinde erstellte Raumprogramm nicht verändert oder vergrößert worden ist. Hier lagen einfach falsche Berechnungen der Planer vor. Seit Herbst 2012 kämpfen alle Geldgeber, hier die Bayerische Landeskirche, das Münchener Kirchenbauamt und vor allem unsere Gemeinde um die Finanzierbarkeit des neuen Gemeindehauses.

Ist es normal, dass sich Baumaßnahmen wie dieses sich so lange hinziehen?

Friedrich: Die Vorstellungen und Erwartungen der beteiligten Partner sind oft unterschiedlich. Gerade wenn es um die Finanzierung geht und die Frage: wer hat wo das Sagen. Da braucht es jemanden, der das Heft in die Hand nimmt, den Knoten auflöst und das Projekt vorantreibt. Die jetzt für uns zuständige Architektin Anett Mayer in der Bauabteilung des Kirchengemeindeamtes leistet hier gute Arbeit.

Welche Hürden müssen noch überwunden werden, bevor die Bagger anrücken?

Friedrich: Letztendlich muss die Frage noch geklärt werden, wer das Risiko einer Baukostenerhöhung trägt. Außerdem muss die Ausschreibungsphase noch die Planung bestätigen. Ich glaube die „Hürdchen“, die dann noch auf dem Weg liegen, lassen sich leichter nehmen.

Hirschhäuser: Die Eingabeplanung konnte wegen schleppender Erstellung u. a. des Brandschutzgutachtens noch nicht eingereicht werden. Auch eine verbindliche Kostenberechnung liegt erst seit kurzem vor, jedoch wurden die Kosten ohne Sicherheiten auf 2.45 Mio. gedeckelt. Ob das zu halten ist?

Was macht Ihnen Sorge, wenn Sie an die Baumaßnahme denken?

Friedrich: Dass wir Details übersehen, die man im Nachhinein aufwendig und kostspielig ändern muss. Aber auch dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Es ist nicht ganz einfach all die Aspekte zu überblicken…

Hirschhäuser: Wer bei Kostenüberschreitung die Mehrkosten übernimmt. Wir als Kirchengemeinde können es auf keinen Fall. Sind wir doch bis Jetzt mit €  300.000,-  dabei und müssen zusätzlich die ganze Inneneinrichtung „stemmen“.

Worauf freuen Sie sich, wenn Sie an den Bau denken?

Vocke: Auf ein hochmodernes Gemeindezentrum, das Raum bietet für die, die schon hier wohnen, ebenso wie für die, die noch kommen werden. Große Ereignisse finden ebenso ihren Platz wie überschaubare Gruppen, die es gemütlich haben wollen. Schluss mit „Heizung an in kalten Räumen, weggehen, wenn sie warm geworden sind.“ Denn das neue Gemeindezentrum wird so gut gedämmt, dass es immer geheizt sein kann, ohne viel Energie zu verlieren.

Was bekommt die Gemeinde, wenn der Bau abgeschlossen ist?

Vocke: Ein Gemeindezentrum eines sehr renommierten Architekten, bis ins Kleinste gut durchdacht und mitgeplant von einem engagierten Kirchenvorstand mit seinem Bauausschuss. Viel Platz für die unterschiedlichsten Veranstaltungen. Energieeffizient, barrierefrei. ästhetisch ansprechend. Statt eines ziemlich maroden Baus, wo schon die Pflanzen in den Gemeindesaal hineinwachsen, Zukunftsvorsorge für die nächsten 50 Jahre.

Was wünschen Sie sich von den Gemeindemitgliedern?

Vocke: Geld ist beim Bauen natürlich nicht ganz unwichtig. Aber noch wichtiger ist die innere und äußere Beteiligung. D.h. geduldig sein bei Einschränkungen oder Veränderungen während der Bauphase. Vielleicht sogar mit anpacken, wo es nötig ist. Das neue Gemeindezentrum als Chance sehen und den vielen, die neu zuziehen, offen begegnen.

Was wünschen Sie sich von den beiden großen Geldgebern, der Landeskirche und dem Dekanatsbezirk?

Vocke: Landeskirche und Dekanatsbezirk bezahlen mit mehr als 80% der Baukosten den Löwenanteil des neuen Gemeindezentrums. Dies ist sehr ungewöhnlich und erfreulich. Die Bausumme ist mit 2,45 Mio. € gedeckelt. Trotzdem wünsche ich mir natürlich für unsere Gemeinde eine weitere konstruktive Zusammenarbeit auch im finanziellen Bereich, damit wir gemeinsam dieses „Leuchtturmprojekt“ für den Münchner Westen verwirklichen. 

 

Umbau: Nachdenken und Feilen an Ideen

Es sind jetzt eher die „stillen Momente“, die zählen. Die aber umso wichtiger sind, weil sie für den Beginn des Baus und was vor allem dabei heraus kommen soll, eminent wichtig sind. So hat der Kirchenvorstand sich noch einmal um das so genannte Fine Tuning des Baus Gedanken gemacht. Die Architekten haben einen Grobentwurf geliefert und haben den KV gebeten, noch mal gründlich über die Pläne zu gehen und eventuelle Verbesserungen vorzuschlagen. Und das tat das Leitungsgremium der Gemeinde. Gewohnt zuverlässig und gewohnt umfangreich. Jeder und Jede konnte und sollte Wünsche nennen. Siehe dazu auch den Bericht über die Gemeindeversammlung. Die Architekten haben bereits ihr Kommen angekündigt und werden nun versuchen, die Wünsche entsprechend einzubauen. 

Dann macht sich ein Spendensammel-Ausschuss seit längerem Gedanken darüber, wie wir es schaffen, die gewaltige Summe von 400.000 Euro zu stemmen. Darüber mehr im nächsten Heft. Und dann geht es im laufe dieses Jahres natürlich darum, wie wir die rund einjährige Bauphase als Gemeinde überstehen. Gar nicht so einfach, die vielen Kreise und Gruppen auszuquartieren oder in andere Räumlichkeiten wie beispielsweise in die Kirche umzusiedeln. Und wohin in dieser Zeit mit Büchern, Tischen, Stühlen. Nicht alles wollen, sollen und dürfen wir einfach „in die Tonne treten“. 

Mit anderen Worten: Hinter den Kulissen wird nicht geschlafen, sondern eifrig und engagiert nach Lösungen für die anstehenden Fragen gesucht. Was niemals vergessen werden darf und man es nicht oft genug erwähnen muss: die Erweiterung und Umgestaltung des Gemeindehauses ist ein Projekt für die jetzige Adventskirchengemeinde. Und für sonst niemanden. Wenn Zuzüge aus Freiham dazu kommen, so heißen wir diese herzlich und freundlich willkommen. Aber wir bauen das Gemeindehaus nicht dafür um, sondern für unsere aktive und lebendige Gemeinde.

 

Gemeindehaus der Adventskirche wird umgebaut

Münchener Architekten Claus und Forster setzten sich bei Wettbewerb durch

Das großzügige Foyer, die gelungene städtebauliche Eingliederung und der geschickt angeordnete große Gemeindesaal waren die ausschlaggebende Faktoren, die die Jury unter dem Vorsitz von Architekt Erhard Bachmann vom Grundstücks- und Bauausschuss des Dekanatsbezirks München am meisten beeindruckt hat. Die Gemeinde wünschte sich seit langem ein anderes Gemeindehaus, um den vielfältigen Gruppen und Kreise eine neue Heimstatt zu bieten. Da im angrenzenden neu entstehenden Stadtteil Freiham die Evangelische Kirche kein Zentrum bauen wird, entschieden sich die Verantwortlichen von Landeskirche und Dekanat für eine Grundrenovierung und Erweiterung des bestehenden Areals der Adventskirche. Mehr Gruppenräume, ein besseres Mobiliar und eine stärkere Wahrnehmung im Straßenbild von Aubing wurden gewünscht und vier Architekturbüros mit der Planung beauftragt.

Herausgekommen sind vier unterschiedliche Konzepte, „die jeder für sich etwas hatte“, so Stefan Neukamm, Abteilungsleiter Bau und Liegenschaften im Evangelischen Kirchengemeindeamt. Die Planer von Claus und Forster haben voll überzeugt.

  • Der Eingangsbereich lädt förmlich für Begegnungen, Ausstellungen und Empfänge geradezu ein, eine große Küche, barrierefreie Sanitärbereiche sowie die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt die Kirche zu erweitern haben überzeugt.
  • Die bestehenden Jugendräume bleiben erhalten, bekommen aber für das umfangreiche Zeltlager-Equipment zusätzliche Lagerräume.
  • Ein Aufzug sorgt zusätzlich für barrierefreies Begehen zwischen den drei Ebenen. „Hinter dem Entwurf steckt Qualität“, lobte Jury-Vorsitzender Erhard Bachmann das Sieger-Konzept.

Die Kosten werden zu je einem Drittel von Landeskirche, Dekanat und Kirchengemeinde aufgeteilt. „Jetzt haben wir ein Jahr Zeit, uns den Kopf drüber zu zerbrechen, wie wir unseren Beitrag von rund 400.000 Euro stemmen können“, sagt Pfarrer Bernhard Vocke, der sich wie alle anderen darauf freut, wenn nach über drei Jahren planen, konzipieren und gestalten endlich die Bagger anrücken.